Die Ergebnisse sind überwältigend: Namen wie "Paradise Garden", "Junk Castle", "Bottle Village" oder "Palais Ideal" lassen nur erahnen, welche märchenhaften und eindrucksvollen Welten sie hervorbrachten. Die Begleittexte sind auf Englisch, Deutsch und Französisch. Die Informationen sind kurz und knapp, und das reicht vollkommen, denn dieses Buch lebt von seinen Bildern, den Farben und den Geschichten, die diese Bilder erzählen.
Der Titel Fantasy Worlds hält, was er verspricht! Aus Muscheln, Keramik, Scherben, Glas, Steinen, Schrott, Holz, Weggeworfenem und Gefundenem wurden hier Häuser, Parks, Gärten, Grotten, Kirchen, Mosaike, Reliefs, Installationen und Plastiken geschaffen, die faszinieren, verzaubern und immer wieder in Erstaunen versetzen. Oft kann man innen nicht von außen unterscheiden, Decke nicht von Wand, Wand nicht von Möbel. Die Künstler/innen sind über die Grenzen der Fantasie hinaus gegangen. Denn darum geht es letztendlich: das grenzenlose Ausleben einer Leidenschaft, die zur Lebensaufgabe wird. Mehrere Jahrzehnte arbeiteten die Visionäre an ihren Schöpfungen -- wie der indische Beamte, der den Rock Garden von Chandigarh erschuf, ein "modernes Weltwunder".
Tipp der Rezensentin: Planen Sie ihren nächsten Urlaub zu einigen Plätzen, die hier vorgestellt werden. Im Anhang finden sich die Adressen aller öffentlich zugänglichen Orte. Entdecken Sie eine Kultur, über die man heute noch nicht spricht, die aber (hoffentlich) mit Hilfe dieses Buches in die Alltagskultur einfließen und größere Beachtung finden wird. --Sandra Neumayer